top of page

Regie und Bearbeitung: Ulla Pilz

Musikalische Leitung: Nana Masutani

Galathée: Iza Kopec

Ganymed: Armin Gramer

Pygmalion: Martin Mairinger

Mydas: Johannes Hanel

Zur Aufführung

 

In der Operette "Die schöne Galathée" dreht sich alles um eine Frau, um eine Traumfrau sogar:

 

Der Bildhauer Pygmalion hat eine perfekte weibliche Schönheit aus Stein gemeißelt und sich so sehr in die Steinerne verliebt, dass diese zum Leben erwacht. Aber nicht nur er ist von ihr hingerissen, sondern auch sein Diener Ganymed und der reiche Mäzen Mydas. Kaum am Leben, steht die schöne Galathée also schon zwischen drei Männern...

 

Um die ebenso anspruchsvolle wie mitreißende Musik zum Leben zu erwecken, steht für die Aufführungen ein hochkarätiges junges Sängerensemble unter der musikalischen Leitung der Pianistin Nana Masutani zur Verfügung: die Sopranistin Iza Kopec als Galathée, der Tenor Martin Mairinger als Pygmalion, der Kärntner Bariton Johannes Hanel als Mydas, sowie der international gefragte Kärntner Countertenor Armin Gramer als Ganymed.

In der Inszenierung von Ulla Pilz, bekannt aus Radio (Ö1), Fernsehen und unzähligen Musiktheaterproduktionen, wird der Diener allerdings zum Praktikanten und der Mäzen zum Banker. Allfällige Ähnlichkeiten mit realen Personen sind hier durchaus erwünscht und beabsichtigt, lassen Sie sich überraschen!

 

Gedanken zu „Die schöne Galathee“

 

2000 Jahre ist der Pygmalion-Mythos alt:

Schon in Ovids „Metamorphosen“ erschafft ein gewisser Pygmalion die Statue einer Frau und verliebt sich in sie. Und schon hier erwacht die Statue mit Hilfe der Liebesgöttin zum Leben.

Immer wieder wird dieser Stoff variiert, von Goethe über Jean-Jacques Rousseau bis hin zu George Bernard Shaws Theaterstück „Pygmalion“ und dessen berühmtem Ableger, dem Musical „My Fair Lady“.

1865 bringt der Operettenkomponist Franz von Suppé, der Vater der Wiener Operette, seine Version dieses Stoffes nach einem Libretto von Poly Henrion heraus (komische Aktualisierungen mythologischer Stoffe sind zu dieser Zeit sehr in Mode).

Gibt es bei Ovid noch ein einfaches Happy-End (Pygmalion und sein Geschöpf bekommen hier einen Sohn), so liegt die Sache in der komödiantischen Operette schon ganz anders:

Galathée, die erwachte Statue, verhält sich nämlich gar nicht so, wie Pygmalion sich das gewünscht hätte; sie ist zwar wunderschön, aber auch berechnend, kapriziös und untreu.

Aber wer weiß, vielleicht ist das ja auch die vorgefasste Meinung, die Pygmalion von den Frauen hat und er hat sie seiner Schöpfung selber eingemeißelt?

Und man kann sie ja auch ein wenig verstehen, schließlich ist Pygmalions Diener Ganymed in ihren Augen so viel hübscher als sein Herr und der Bankier und Mäzen Mydas hat finanziell so viel mehr zu bieten...

Und schon nimmt die (ausgesprochen spritzige) Komödie ihren Lauf.

Da erschafft sich jemand selber seine Traumfrau und dann das!

Aber tun wir das nicht alle bis zu einem gewissen Grad?

Haben nicht die meisten von uns eine viel zu genaue Idee vom Traumpartner / der Traumpartnerin, sind dann bitter enttäuscht, wenn dieser Mensch nicht so ist, wie wir ihn gerne hätten und beginnen am Ende womöglich noch, ihn umzuerziehen?

Und genau in diesem Punkt wird die Geschichte auch für ein heutiges Publikum so nachvollziehbar. Denn wenn wir über eine überaus charmante Operette (die auch noch mit besonders hinreißender Musik aufwarten kann) schmunzeln, weil sie die Idee aufs Korn nimmt, man könnte sich den idealen Partner selber „basteln“, schmunzeln wir im Grunde auch ein bisschen über uns selber.

Und schon sind wir mittendrin in der Geschichte rund um „Die schöne Galathee“...

 

Zur Inszenierung

 

Bei vielen Operetten fragt man sich, was sie außer der Musik einem heutigen Publikum noch zu

erzählen haben; nicht so bei Suppés „Die schöne Galathee“, die sich recht unaufwändig und ohne

krampfhafte Aktualisierung ins Heute transportieren lässt.

Schließlich geht es hier um die ewig gültigen Themen Liebe, Beziehungen, Männer und Frauen.

Die Viererkonstellation des Originals , also Künstler – Diener – Bankier – weibliches Geschöpf

verwandelt sich in unserer Fassung nur geringfügig, nämlich in Künstler – Praktikant – Banker und

Traumfrau (allfällige Ähnlichkeiten mit realen Personen sind hier durchaus erwünscht und

beabsichtigt, lassen Sie sich überraschen!).

Das Libretto wird um einige Altherren-Witze entschlackt, vor allem in der Absicht, dass die

handelnden Figuren keine Schablonen bleiben, sondern zu menschlichen Wesen werden können.

In unserer Version gibt es etwa viel weniger oberflächlichen Hickhack zwischen den Geschlechtern,

dafür aber einen liebevoll-ironischen Blick auf die vier Individuen.

Die Welt der drei Männer der Geschichte wird hier also nicht nur durcheinander gewirbelt, weil

Galathée von der Statue zur Frau wird, sondern vor allem, weil diese neugeborene Frau keine

Ahnung hat von gesellschaftlichen Konventionen.

Und so zwingt sie alle, diese Konventionen gründlich zu hinterfragen und auch wieder einmal über

sich selbst nachzudenken.

Aber keine Sorge, das Happy End ist garantiert, auch wenn es ganz anders ausfällt, als man

vielleicht erwartet...

 

Pressefotos / Szenenfotos

bottom of page