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Regie und Bearbeitung: Ulla Pilz
Musikalische Leitung: Nana Masutani
Die Prinzessin: Iza Kopec

Josepha, Kellnerin: Ulla Pilz

Oliviero und Haushofmeister: Armin Gramer

Gianni aus Paris: Martin Mairinger

Matthias, Gastwirt: Johannes Hanel

Die (Vor)geschichte
 

Die älteste Quelle für das Libretto von „Gianni di Parigi“ ist das Volksbuch „Jean de Paris“ aus dem 16. Jahrhundert, das die Abenteuer des gleichnamigen Prinzen auf dem Weg zum spanischen Hof beschreibt; außer der Titelfigur hat diese Geschichte mit der späteren Oper aber hauptsächlich das Element der Verkleidungen und der daraus resultierenden Verwirrungen gemeinsam.

Die erste daraus entwickelte Oper komponiert Francois-Adrien Boieldieu nach einem Text von Saint-Just. Sie kommt 1812 in Paris heraus und noch im selben Jahr in unterschiedlichen deutschen Übersetzung in Wien und Berlin. Der Stoff erfreut sich solcher Beliebtheit, dass er 1818 von Francesco Morlacchi gleich noch einmal vertont wird, und zwar in einer italienischen Textfassung von Felice Romani. Auf diesem Libretto beruht auch Gaetano Donizettis Opera buffa „Gianni di Parigi“ aus dem Jahr 1831 (Teile davon dürften sogar schon zwischen 1828 und 1830 entstanden sein).

Donizetti komponiert das Werk ungewöhnlicher weise ohne einen Auftrag; er schickt es an den damaligen Star der Pariser Oper, den italienischen Tenor Giovanni Battista Rubini. Rubini ist aber der Meinung, „Gianni di Parigi“ wäre nichts für den französischen Publikumsgeschmack, und so verliert sich die Spur des Werks, ehe es 1839 an der Mailänder Scala uraufgeführt wird.

In den darauf folgenden Jahren gibt es noch Produktionen von „Gianni di Parigi“ in Turin und Neapel, denen ein langer Dornröschenschlaf folgt - bis zur Wiederentdeckung in den 1980er Jahren.

Seither steht das Werk selten, aber doch, auf den Spielplänen (eine verkleinerte Off-Version in New York 1985, seit der überarbeiteten Neuedition im Jahr 1988 Produktionen in Bergamo, Martina Franca, Bratislava und Wexford). In Österreich allerdings ist bisher keine Aufführung nachzuweisen. So darf Ihnen Oper.Ganz.Nah nach 180 Jahren die österreichische Erstaufführung präsentieren.

 

Inhalt, Fassung und Konzept

 

Im ländlichen Gasthof zur Post ist die Hölle los: Eine echte Prinzessin hat das ganze Haus reserviert! Der royale Gast lässt aber auf sich warten, der geschäftstüchtige Wirt kann das mehr als großzügige Angebot des geheimnisvollen Gianni aus Paris einfach nicht ablehnen und überlässt ihm die Herberge. Dass Herr Gianni in Wirklichkeit der Prinz ist, der die Prinzessin heiraten soll, kann ja niemand ahnen. Und auch nicht, dass sich so eine Prinzessin nicht so leicht hineinlegen lässt…

Das Verwirrspiel um verkleidete Royals, vornehme Haushofmeister, zauberhafte Diener, urige Wirten und resche Kellnerinnen kann beginnen!

 

Wieder einmal erweist sich Gaetano Donizetti, der Komponist von Opernhits wie „Der Liebestrank“, „Die Regimentstochter“, „Don Pasquale“ oder „Lucia di Lammermoor“ als wahrer Meister des Belcanto. In „Gianni di Parigi“, wie das Werk im Original heißt, vermischen sich die herrlichen italienischen Opernmelodien aber auch mit atemberaubenden Koloraturen und spritzig-komödiantischem Charme

 

Die Geschichte (Prinz und Prinzessin, die ohnehin füreinander bestimmt sind, treffen sich mehr oder weniger inkognito in einem Landgasthof) erinnert sehr an den Charme gewisser  (Heimat)filme der Nachkriegszeit; das hat die Regisseurin dazu bewogen, das Werk räumlich und zeitlich in ein ähnliches Setting zu verlegen und so dem Spaß an der Tourismus-Folklore Tür und Tor zu öffnen. Denn zu Donizetti lässt es sich auch ganz ausgezeichnet schunkeln…

Die Prinzessin kommt also nicht aus Navarra, sondern aus dem Osten (wie auch ihre Darstellerin, die Koloratursopranistin Iza Kopec); so kann sie „ihrem“ aus Frankreich kommenden Prinzen (Tenor Martin Mairinger) im zutiefst österreichischen Gasthaus zur Post begegnen.

Um auch sonst wieder mit dem beliebten Stammpersonal arbeiten zu können, stellt der Countertenor Armin Gramer gleich zwei Figuren dar: neben der Hosenrolle von Giannis Diener Oliviero spielt und singt er auch den Haushofmeister der Prinzessin, im Original eine Baritonpartie. Aus dem Locandiere Pedrigo wird der Wirt Matthias (Bariton Johannes Hanel), aus der dessen Tochter Lorezza die Kellnerin Josepha (Sopranistin & Regisseurin Ulla Pilz).

Und das italienische Menù verwandelt sich in eine österreichische Speisekarte….

Pressefotos / Szenenfotos