Gioacchino Rossini

Demetrius und Polibius

oder

Könige sind auch nur Menschen

Regie: Ulla Pilz

Musikalische Leitung: Nana Masutani

Lisinga: Iza Kopec

Siveno: Armin Gramer

Demetrius: Martin Mairinger

Polibius: Johannes Hanel

Wer ist Gioacchino Rossini?

In einem Satz: der unumstrittene Meister des italienischen Belcanto, Schöpfer einiger der meist gespielten Opern aller Zeiten, Komponist schwindelerregender Koloraturen, begnadeter Koch, Faulpelz und Genussmensch.

Kaum fünfzehn Jahre ist er jung, als ihn 1806 der Sänger und Impresario Domenico Mombelli beauftragt, ein Libretto seiner Gattin zu vertonen.

Der Titel lautet „Demetrio e Polibio“, und es soll Rossinis erste Oper werden.

Die Uraufführung erfolgt erst 1812, der Komponist ist mittlerweile zwanzig und bereits ein erfolgreicher, vermögender Mann. Auf der Bühne sind neben dem Auftraggeber auch dessen beide Töchter zu erleben, ein richtiges Familienunternehmen also.

Obwohl in diesem Jugendwerk schon vieles enthalten ist, was auch den besonderen Charme des späteren Rossini ausmacht, verschwindet die Oper für lange Zeit weitgehend in der Versenkung.

Wir machen es uns nun zur Aufgabe, diesen Schatz zu heben.

 

Die Aufführung:

 

In einer fast märchenhaften fernen Zeit stehen einander zwei Könige gegenüber.

Jeder von ihnen herrscht über ein mächtiges Reich und könnte damit glücklich und zufrieden sein.

Aber nur auf einen der beiden trifft das auch wirklich zu:

Denn Polibius hat eine Tochter, die er sehr liebt und die kurz davor ist, ihre große Liebe zu heiraten und so die Familie noch zu vergrößern.

Auf der anderen Seite steht Demetrius, der seinen einzigen Sohn vor langer Zeit verlassen musste und seither einsam ist; ein Unglück gegen das alle Reichtümer dieser Welt machtlos sind.

Herrscher sind eben auch nur Menschen, mit dem Unterschied, dass ihre persönlichen Befindlichkeiten ganze Völker ins Glück oder Unglück stürzen zu können.

Und da in unserer Fassung das Publikum zur Verkörperung dieser Völker wird, werden alle Anwesenden mitgenommen in eine spannende Geschichte rund um das Wechselspiel zwischen Macht, Unglück und Glück....

 

Inhalt:

 

Ganz typisch für seine Zeit ist das Libretto eine wilde Mischung von Verwechslungen, Intrigen und Verkleidungen. Dahinter verstecken sich aber große, echte Gefühle, viel Menschliches und Allzumenschliches.

 

Im Detail:

 

Siveno, ein junger Mann lebt am Hofe von König Polibius und gilt als Sohn eines seiner ehemaligen Minister. In Wahrheit ist er jedoch der Sohn König Demetrius.

Als dieser vorübergehend seine Macht und seine Familie verloren hatte, war sein Sohn gerettet und heimlich an Polibius Hof gebracht worden, ohne dem Kind oder irgendjemand dort die wahre Identität des Jungen mitzuteilen. Siveno verliebt sich in Lisinga, die Tochter Polibius. Kurz bevor die Ehe geschlossen werden soll, erscheint plötzlich Demetrius, der inzwischen die Herrschaft über sein Reich zurückgewonnen hat unter falschem Namen am Hofe Polibius. Er fordert die Übergabe Sivenos, was jedoch abgelehnt wird. Als Faustpfand entführt er nun Polibius Tochter Lisinga.

Alle Zeichen stehen nun auf Krieg. Können Menschlichkeit und Liebe über Macht und Politik den Sieg davon tragen?

Wikipedia: Gioacchino Rossini